Übersicht Halsschmerzen

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Halsschmerzen – was dahintersteckt, was hilft

Wenn der Hals wehtut, steckt häufig eine Erkältung oder Grippe dahinter. Was sonst noch Halsschmerzen verursacht und was sie wieder vertreibt

von Dr. med. Claudia Osthoff, aktualisiert am 12.04.2019

Eigentlich jeder kennt das: Es kratzt plötzlich im Hals, man fühlt sich schlapp und ahnt: Erkältung im Anmarsch. Tatsächlich sind Atemwegsinfekte mit Halsentzündungen weitaus die häufigste Ursache von Halsschmerzen – bei Kindern wie Erwachsenen. Das heißt auch: Halsschmerzen sind überwiegend harmlos.

Halsschmerzen - Ursache Nr. 1: Virusinfekte mit Halsentzündung

Bei Kindern sind acht bis zehn mal im Jahr Halsweh, Husten und Schnupfen völlig normal. Mehrheitlich sind Viren die Übeltäter, allen voran Erkältungsviren, und das bevorzugt in der kalten Jahreszeit. Seltener sind Infektionen mit anderen Virusarten im Spiel. Sie verursachen erkältungsähnliche Krankheitsbilder, Grippe, Mandelentzündungen und teilweise sogenannte Kinderkrankheiten.

Aber auch Infektionen mit Bakterien sind häufiger verantwortlich, darunter Rachen- und  Mandelentzündungen durch bestimmte Streptokokken, zudem Scharlach.

 

Halsentzündung – verwirrend viele Fachwörter

Infolge der Infektion entzündet sich die Schleimhaut im Hals.

  • Je nachdem, wo sich die Entzündung genau abspielt – teilweise hängt das auch vom auslösenden Erreger ab – liegt eine Rachenentzündung (Pharyngitis) oder Mandelentzündung (Angina tonsillaris, Tonsillitis) vor. Wo die Mandeln liegen, zeigt die nachfolgende Grafik.
  • Rachen- und Mandelentzündungen können auch gemeinsam auftreten (Pharyngotonsillitis oder Tonsillopharyngitis). Ein entzündeter Kehlkopf heißt Laryngitis. Sind Kehlkopf und Rachen entzündet, entspricht das einer Pharyngolaryngitis.

 Mandelentzündung

Halsentzündungen kommen akut, wiederkehrend (rezidivierend) und chronisch vor. Bestehen Halsschmerzen seit höchstens zwei Wochen, sind sie akut. Meist sind sie aber schon am dritten Tag abgeklungen. Es können eine oder beide Seiten im Hals betroffen sein. Nach dem klinischen Befund unterscheiden Ärzte bestimmte Untergruppen, etwa Entzündungen mit Geschwüren.

Steckbrief Halsentzündung

  • Rachenentzündung (Pharyngitis): Ganz überwiegend sind Erkältungsviren, seltener andere Viren, Bakterien, spezielle Erreger oder Reizstoffe aus der Umwelt, verantwortlich. Die Mandeln sind hier nicht entzündet.
    Symptome der typischen "Erkältungspharyngitis": anfangs Halskratzen oder Halsschmerzen, Brennen in der Nase, Niesreiz, Schnupfen, eventuell gefolgt von Kopfschmerzen und Fieber sowie Husten. Die Halsschmerzen sind normalerweise nach zwei bis drei Tagen vorbei, die übrigen Erkältungssymptome nach einer Woche.
  • Mandelentzündung (Tonsillitis, Angina tonsillaris, Tonsillopharyngitis): Es sind vor allem die Gaumenmandeln betroffen. Je nach Entzündungsart gibt es verschiedene Unterformen. Auslöser sind häufiger Bakterien, vor allem des Typs beta-hämolysierende Streptokokken A, und Viren.
    Symptome: Starke Halsschmerzen, die länger als zwei Tage dauern und in die Ohren ausstrahlen können ("Angina-Halsschmerzen"), Schluckbeschwerden, Beläge auf den Mandeln, Mundgeruch, kloßige Sprache, geschwollene und beim Abtasten schmerzhafte Lymphknoten am Hals, Fieber, außerdem häufig Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, bei Kindern auch Bauchschmerzen und Erbrechen.
  • Kehlkopfentzündung (Laryngitis): Bei einer Erkältung breitet sich mitunter die Schleimhautentzündung "rachenabwärts" aus. In der Folge können die Schleimhaut und Stimmbänder im Kehlkopf anschwellen, häufig lagert sich auch Schleim auf. Mitunter sind Bakterien für eine Kehlkopfentzündung verantwortlich.
    Symptome: Heiserkeit oder Wegbleiben der Stimme (Aphonie) über zwei bis drei Tage, Husten, Halsschmerzen und weitere Erkältungssymptome, etwa Fieber. Die Stimme kann der Besserung der anderen Beschwerden manchmal noch etwas hinterherhinken. Selten ist die Entzündung im Kehlkopf so stark, dass es durch die damit verbundene Schwellung zu Atemnot kommt (Notfall!).
  • Kehldeckelentzündung (Epiglottitis): Die Epiglottitis entsteht durch eine Infektion mit Bakterien, manchmal geht ein Virusinfekt der oberen Atemwege voraus. Eine Kehldeckelentzündung kommt hauptsächlich bei Kindern im Alter von zwei bis acht Jahren vor. Die Impfung gegen den häufigsten Auslöser, den Keim Hämophilus influenzae b (Hib), hat die gefürchtete Krankheit zurückgedrängt.
    Symptome: Hier kann es schnell dramatisch werden. Innerhalb von wenigen Stunden kann der Eingang des Kehlkopfes zuschwellen. Ohne ärztliche Hilfe bekommt der Betroffene dann keine Luft mehr und erstickt womöglich.

Auf den 2. Blick: Weitere Ursachen von Halsschmerzen

  • Reizstoffe in der Umwelt: Vor allem Tabakrauch, aber auch andere Chemikalien wie Lösungsmittel und Stäube stehen bei den Ursachen mit auf der Liste. Häufig macht trockene Raumluft dem Hals zu schaffen, besonders in der Heizperiode.
  • Allergien und Halsbeschwerden? Nichts Ungewöhnliches. In Deutschland sind zum Beispiel Millionen von Heuschnupfen betroffen, darunter zunehmend viele Kinder. Neben Fließschnupfen und Augenbrennen plagen anfallsartige Reizungen mit schmerzhaftem "Jucken" im Hals die Leidtragenden.

    Neben sogenannten Aeroallergien, also solchen, die durch Allergene in der Luft wie Pollen, Hausstaub oder Bestandteile von Schimmelpilzen ausgelöst werden, spielen auch Nahrungsmittelallergien bei Halsschmerzen – ebenfalls eher als schmerzhaftes Jucken im Hals empfunden – eine Rolle.
  • Rückflusskrankheit (Sodbrennen):Dieauch gastroösophageale Refluxkrankheit genannte Rückflusskrankheit wird als Ursache für Halsschmerzen allgemein eher unterschätzt, ist jedoch vergleichsweise häufig der Grund.

    Saurer Mageninhalt nimmt hier zunächst die falsche Richtung im Verdauungstrakt, indem er nach oben in die Speiseröhre fließt. Je nach Ausmaß wird die Speiseröhre gereizt und entzündet sich. Zu den typischen Beschwerden gehören Sodbrennen, Luftaufstoßen, Schluckbeschwerden, Heiserkeit und Kloßgefühl im Hals, mitunter auch Reizhusten.
  • Bei ungewöhnlichen Halsschmerzen:Auch an einen Herzinfarkt denken! Alarmsignale eines Herzinfarktes sind starke Schmerzen oder ein Brennen in der Herzgegend oder im Brustkorb, die mindestens fünf Minuten andauern.

    Sie strahlen häufig in die Arme, in den Rücken – zwischen die Schulterblätter, in den Hals, Kiefer oder oberen Bauchraum aus. Häufig kommen das Gefühl starker Beklemmung in der Brust, Angst und kalter Schweiß dazu. Rufen Sie dann unverzüglich den Notarzt (Rettungsdienst, Notruf: 112).
  • Chronische Nasennebenhöhlenentzündung (chronische Sinusitis): Hier läuft häufig nicht nur die Nase, sondern entzündliches Sekret fließt auch hinten im Rachen hinab (engl. postnasal drip).

    Das kann häufiges Räuspern, Heiserkeit, unter Umständen Halsschmerzen und Husten provozieren. Definitionsgemäß ist bei chronischer Nasennebenhöhlenentzündung zudem das Atmen durch die Nase seit mehr als zwölf Wochen behindert, ebenso Riechen und Schmecken.
  • Immunreaktion gegen Medikamente: Manche Arzneistoffe können bei entsprechend veranlagten Menschen nach mehrmaliger Anwendung krankhafte Immunreaktionen auslösen und dadurch bestimmte weiße Blutkörperchen schädigen.

    Teilweise betrifft das auch Vorstufen der Blutzellen (Agranulozytose). In der Folge kommt es zu einer vorübergehenden Immunstörung. Dabei entwickelt sich eine schwere, teils geschwürartige Mundentzündung (Stomatitis aphthosa medicamentosa), Mandelentzündung mit Halsschmerzen, Fieber, eventuell auch Schüttelfrost und eine Blutvergiftung(Sepsis).
  • Das heißt: Abwehrschwäche erhöht die Neigung zu Infektionen und damit zu schmerzhaften Entzündungen im Mund und Hals. Eine bekannte Immunschwächekrankheit ist zum Beispiel Aids, das sich infolge einer HIV-Infektion entwickeln kann. Das HI-Virus attackiert zentrale Abwehrzellen des Immunsystems. Halsentzündungen gehören zu den frühen Symptomen, können aber auch im weiteren Verlauf auftreten.

    Bei chronischen Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem den Körper selbst angreift, während es gegenüber echten Feinden wie Krankheitserregern womöglich weniger Schlagkraft aufbringt, haben Krankheitserreger leichteres Spiel. Auch bösartige Erkrankungen des Immunsystems können die Immunabwehr schwächen, ebenso eine Entfernung der Milz (Splenektomie).
  • Unter einer Behandlung mit Kortison in bestimmten Anwendungen und Dosierungen über eine bestimmte Zeit, starkem Stress, Spitzenbelastungen im Leistungssport, chronischer Übermüdung, Unter- oder Mangelernährung leidet die Abwehrkaft häufig.
  • Eine Chemotherapie odereine Strahlentherapie im Kopf-Hals-Bereich führt oft zu einer vorübergehenden schmerzhaften Schleimhautentzündung im Mund (orale Mukositis) und im Rachen. Dies kann die Ernährung vorübergehend erschweren. Das Behandlungsteam berät die Betroffenen rechtzeitig, wie sie das am besten bewältigen.
  • Unzureichende Mundhygiene und schlecht sitzendende Prothesen begünstigen Entzündungen des Zahnfleisches und der Mundschleimhaut. Dies gilt zum Beispiel auch für übermäßigen Tabakkonsum.

    Alkohol erhöht zudem das Risiko für bösartige Tumoren im Mund, Rachen, Kehlkopf und in der Speiseröhre. Schmerzen treten meist erst im Verlauf dieser Erkrankungen auf. Rauchen ist als Risikofaktor für zahlreiche Krebserkrankungen etabliert.
  • Am Rande erwähnt: Es gibt, wie manch eine/r aus Erfahrung weiß, auch einen ganz harmlosen Grund für Ärger mit dem Hals: Wahlkämpfer, Fußballfans oder Partylöwen wissen, was gilt, wenn es im Hals scheuert und die Stimme rau ist: "Redeverbot".

    Die Stimmbänder brauchen bei Heiserkeit ein paar Tage Schonung, um sich wieder zu erholen. Das bedeutet: Einfach mal cool bleiben, nicht laut sprechen und schon gar nicht schreien. Von Füstern wird ebenfalls abgeraten, da es die Stimme ebenfalls anstrengt.

 

Welche Symptome gibt es bei Halsweh noch?

Halsschmerzen können bis ins Ohr ausstrahlen. Sie können mit Schmerzen beim Schlucken und mit sehr unangenehmem Mundgeruch einhergehen. Die Stimme ist mitunter belegt, kloßig oder heiser; vorübergehend kann sie sogar ganz versagen. Klettert die Körpertemperatur auf über  38 °C (beziehungsweise 38,2 °C rektal, also im Po gemessen), hat der Betroffene Fieber. Mitunter kommt es auch zu Frösteln und Schüttelfrost.

Je nach Ursache sind weitere Beschwerden möglich: Husten, Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl, Glieder- und Kopfschmerzen, juckende, brennende, tränende oder gerötete Augen und Lichtscheu. Vielfach kommen auch schmerzhaft vergrößerte Lymphknoten ("Knubbel") auf beiden Seiten am Hals oder im Nacken zum Vorschein. Mitunter treten Übelkeit, Bauchschmerzen, Durchfall, Hautausschlag und Juckreiz auf.

Gerade Kleinkinder klagen bei fieberhaften grippalen Infekten sehr häufig über Bauchschmerzen oder Brechreiz. Es ist also durchaus möglich, dass sie dann beispielsweise eine Halsentzündung haben, der Bauch aber in Ordnung ist. Am besten beurteilt das der Kinderarzt.

Mehr zu möglichen Begleitsymptomen bei Halsschmerzen in der Liste "Wann zum Arzt?" weiter unten

Halsschmerzen: Tipps zur Selbsthilfe

Zunächst ist es bei Halsweh wichtig, ausreichend zu trinken und die Schleimhaut gut feucht zu halten. Das unterstützt den rauen Hals bei der Selbstreinigung und Abwehr von Krankheitserregern.

Auch einige Hausmittel haben sich bei unkomplizierten Halsschmerzen bewährt. Sie reichen vom Halswickel und Tees zum Trinken und Gurgeln bis zu Lutschpastillen.

  • Halswickel: Viele schwören bei einer Hals- oder Mandelentzündung auf kühlende Halswickel. Sie leiten Wärme ab und können dadurch abschwellend wirken. Dazu ein in lauwarmem Wasser getränktes (nicht aber tropfnasses) Stofftuch oder eine Kompresse auf den Hals legen, darüber ein trockenes Stofftuch und ein Wolltuch wickeln. Etwa fünfzehn Minuten einwirken lassen. Man kann den Wickel mehrmals neu auflegen.
  • Tees, Gurgeln: Erkältungstees mit Lindenblüten und Holunderblüten werden gerne gegen trockenen Reizhusten und einen rauen Hals empfohlen. Sie helfen, die Schleimhäute in den Atemwegen zu benetzen und zu schützen. Gurgeln können Sie zum Beispiel mit Salbeitee oder auch mit Salzwasser. Dazu etwa eine halben Teelöffel Salz in einem Glas Wasser auflösen.
  • Lutschpastillen enthalten oft Extrakte aus echtem Salbei, Spitzwegerich oder Isländisch Moos.Die zum Beispiel in Salbei vorkommenden Pflanzenstoffe und die schleimbildenden Stoffe aus Isländisch Moos leisten Schützenhilfe gegen Erreger und die Reizung im Hals. Der beim Lutschen vermehrte Speichelfluss begünstigt die Heilung. Oft auch hilfreich: Lutschtabletten mit einem örtlich betäubenden Wirkstoff.

Lassen Sie sich am besten in der Apotheke beraten.Auch Hausmittel sollten Sie immer nur vorübergehend anwenden. Bessern sich die Beschwerden binnen Kurzem nicht, zum Arzt gehen.

Halsschmerzen: Wann zum Arzt?

Halsschmerzen bei einer Erkältung klingen in aller Regel innerhalb von zwei Tagen wieder ab. Ein Arztbesuch ist nicht nötig. Hausmittel können der Linderung ein wenig nachhelfen (siehe vornagehender Abschnitt und im Kapitel: "Halsschmerzen: Selbsthilfe, Therapie"). Bei Hinweisen auf einen schwereren Verlauf dagegen sollte man dagegen umgehend ärztlichen Rat einholen.

Das gilt zum Beispiel bei folgenden Begleitsymptomen:

  • Ausgeprägtes Krankheits- oder Schwächegefühl
  • Brustschmerzen
  • Länger als drei Tage anhaltendes Fieber, oder sehr hohes Fieber (über 39 °C *), das länger als einen Tag dauert, oder Fieber, das nach wenigen Tagen wieder ansteigt
  • Starke, zunehmende oder wiederkehrende Halsschmerzen
  • Heftiger Husten
  • Kloßgefühl im Hals
  • Zunehmende oder wiederkehrende Schluckbeschwerden
  • Atemnot, ziehende, pfeifende Atmung, blaue Lippen
  • Schüttelfrost
  • Schwierigkeiten beim Mundöffnen (Kiefersperre)
  • Geschwüre im Mund, starker Mundgeruch
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Starke Kopfschmerzen
  • Hautausschlag
  • Vergrößerte, schmerzhafte Lymphknoten am Hals oder im Nacken
  • Benommenheit
  • Krankheitsausbrüche mit denselben Symptomen im Umfeld oder in Gemeinschaftseinrichtungen
  • Abwehrschwäche aufgrund anderer Grunderkrankungen und /oder einer speziellen Therapie
  • Auffälligkeiten wie Fieber, Schüttelfrost, Schmerzen im Mund und Hals im Zusammenhang mit einer Medikamentenbehandlung
  • Früheres rheumatisches Fieber oder Nierenentzündung (Post-Streptokokken-Glomerulonephritis) beim Betroffenen selbst oder in der Familie (siehe Kapitel "Halsschmerzen: Komplikationen")
     

* Viele Mediziner raten, bei Fieber ab 39 °C den Arzt hinzuziehen. Eine feste Regel gibt es nicht. Den einen schwächt eine hohe Körpertemperatur mehr als den anderen. Ziehen Sie im Zweifelsfall oder wenn der Betroffene eine Grunderkrankung hat, den Arzt lieber früher als später hinzu.

! Achtung: Hat ein Kind Fieber ab 39 °C (Säuglinge bis drei Monate: ab 38 °C) oder niedrigeres, aber über drei Tage anhaltendes Fieber, sicherheitshalber den Kinderarzt konsultieren.

Ist das Kind jünger als zwei Jahre, sollte der Arzt es untersuchen, wenn es länger als einen Tag Fieber hat. Bei Säuglingen sind Symptome wie auffallende Schläfrigkeit und schlechtes Trinken auch ohne Fieber verdächtig, da sie trotzdem eine Infektion haben können. Mehr dazu im Ratgeber "Fieber"

Diagnose bei Halsschmerzen

Der Arzt – zunächst meist der Hausarzt – erfragt die Krankengeschichte und untersucht den Patienten gründlich. Das heißt er erstellt die Anamnese und erhebt den körperlichen Befund.

Dabei betrachtet er – außer bei Verdacht auf eine Kehldeckelentzündung wegen der Gefahr, dass die Atemwege sich komplett verschließen oder es zu einem reflexartigen Herz-Kreislauf-Stillstand kommt – auch den Mund und Rachen des Betroffenen. Im genannten Ausnahmefall wird der Betroffene in einer HNO-Klinik in Notfallbereitschaft untersucht.

Bei der Abklärung von Halsschmerzen kann dem Arzt ein klinisches Punktesystem helfen abzuschätzen, ob ein Streptokokken-A-Infekt wahrscheinlich und eine Testung sinnvoll ist.

Tests wie Abstrichuntersuchungen für einen Streptokokken-Schnelltest oder zum Erregernachweis in einer mikrobiologischen Kultur sind empfehlenswert, wenn sie Diagnose und Therapie, das heißt die Entscheidung für eine Behandlung mit einem Antibiotikum, stützen.

Eine Blutuntersuchung kann infrage kommen, etwa zum Beispiel ein Pfeiffersches Drüsenfieber vermutet wird. Weitere diagnostische Verfahren wie eine Untersuchung beim Hals-Nasen-Ohren-(HNO-)Arzt, ein bildgebendes Verfahren wie Ultraschall, Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT werden bei besonderen Fragestellungen oder Komplikationen veranlasst. Das gilt auch für die Entnahme von Gewebeproben.

Therapie: Wann Antibiotika & Co.?

Wenn Halsschmerzen auf einem bakteriellen Infekt beruhen, ist häufig ein Antibiotikum angezeigt. Mögliche Hinweise sind entzündliche Beläge auf den Mandeln und Schwellungen sowie Fieber über 38 °C. Das Schlucken kann schmerzhaft, das Atmen durch die Nase erschwert sein. Auch die Lymphknoten am Hals sind oft verdickt und beim Tasten berührungsempfindlich.

Im Einzelnen hängt es aber von der genauen ärztlichen Diagnose ab und davon, wie ausgeprägt der Befund ist. Zur Linderung von Halsschmerzen empfehlen Ärzte häufig für wenige Tage ein Schmerzmittel wie Paracetamol, das auch Fieber senken kann, oder ein entzündungshemmendes Schmerzmittel. Gegebenenfalls kommt für ein bis zwei Tage auch ein Kortisonpräparat zum Einsatz.

Reizstoffe und Allergene meiden

Wenn möglich sollten Sie Reizstoffen aus dem Weg gehen oder sich davor schützen. Zum Beispiel wäre die Gelegenheit gerade jetzt, wo die Zigarette überhaupt nicht schmeckt, günstig, um sich für immer vom Rauchen zu verabschieden.

Gegen viele Allergien, insbesondere Heuschnupfen der bei akuter Pollenbelastung häufig auch Beschwerden im Hals auslöst, gibt es wirksame Therapien.

Gegen akute Heuschnupfen-Attacken, aber auch vorbeugend, helfen zum Beispiel antiallergisch wirkende Medikamente. Längerfristig kann eine Immuntherapie (eine sogenannte Allergieimpfung) Beschwerden lindern.

Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten. Auch Vermeidungsstrategien gehören zu den empfohlenen Optionen, obwohl sie im Alltag leider oft an praktische Grenzen stoßen.

Je nach Ursache gezielte Therapie

Bei Komplikationen oder speziellen Krankheitsbildern mit Halsschmerzen ist natürlich eine darauf zugeschnittene Therapie notwendig.

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